Eine winterliche Wanderung zum Westerhever Leuchtturm

Sonntag, 30. Januar 2011

Rauhreif an den kargen Zweigen und eine strahlende Januarsonne über der Deichlandschaft von Westerhever. Vom Parkplatz am Info-Hus geht es warm eingepackt Richtung Deichübergang und dann hinaus in die Weite des Vorlands. Eisflächen blinken im Gegenlicht, aus dem sich das weltbekannte Leuchtturm-Ensemble herausschält. In einem großen Bogen folgten wir dem vorgeschriebenen Weg auf grauen Platten, links und rechts begleitet von schimmernden Gräben und zugefrorenen Pfützen. Der Leuchtturm rückt langsam näher. Zuletzt steigen wir die Warft hinauf und treten durch das angelehnte Zauntor.

Mächtig erhebt sich der rot-weiße Riese in das Blau des Himmels, scharfe Schatten von sich werfend. Am nordwestlichen Horizont zieht ein weißes Ausflugsschiff seine Bahn im Heverstrom. Man erkennt die matten Horizontlinien von Pellworm und Süderoogsand, darauf fast ganz in den Dunst getaucht die charakteristische Holzbake.
Ein paar junge Leute von der Schutzstation machen ihre Räder und Rucksäcke zum täglichen „Landgang“ klar. Es muss eingekauft werden im 12 km entfernten Garding - ein Vergnügen nur für abgehärtete Naturen.
Um die eindrucksvollen Bauten weht heute kein Lüftchen, Froststimmung liegt über der Szenerie, das Leben scheint wie eingefroren.
Nur ein, zwei versprengte Urlauberpärchen streifen übers Gelände, schießen Fotos und wandern langsam zurück über den Weg, den sie gekommen sind. Leider ist der historische Stockenstieg noch wegen fehlender Brücken geschlossen. Sonst wäre der Spaziergang zum interessanten Rundweg geworden. Egal. Die Freude über die Stille und Weltferne an diesem Ort überwiegt, auch noch während der Rückwanderung zum Deich. Jetzt, die warme Sonne im Nacken, spüren wir, dass es bald wieder Frühling werden wird.

Bild 1: Das winterlich verlassene Info-Hus am Parkplatz (Foto: Jürgen Rust)
Bild 2: Das Leuchtturm-Ensemble auf seiner Warft (Foto: Jürgen Rust)
Bild 3: Die Bauten aus der Nähe (Foto: Jürgen Rust)
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